Interview Christian Hunziker 03.04.2025, 16:24 Uhr

«Gesucht sind digitale Gamechanger»

Der Digital Economy Award ist der glamouröseste Anlass von swissICT und setzt den vielfältigen Verbandsaktivitäten das i-Tüpfelchen auf. Die Vorbereitungen für die Awards 2025 laufen. Höchste Zeit für ein Gespräch mit swissICT-Geschäftsführer Christian Hunziker.
Geschäftsführer und Juryverantwortlicher Hunziker, erklärt die Vorteile der Teilnahme am Digital Economy Award.
(Quelle: swissICT)
Fünf Auszeichnungen gilt es für ausgezeichnete Digitalisierungsprojekte und innovative Ideen zu vergeben. Ein Gewinn nicht nur für die Sieger, sondern für alle Beteiligten Der Digital Economy Award will aufrütteln, motivieren und inspirieren. 
Computerworld (CW): Der Digital Economy Award hat eine lange Vorgeschichte. 2018 wurde er als gemeinsames Konzept seiner Vorgänger-Events lanciert. Was hat sich in den vergangenen 7 Jahren verändert? Worin ist sich der Digital Economy Award treu geblieben?
Christian Hunziker: Das übergeordnete Ziel bleibt unverändert: die Schweizer Wirtschaft in ihren Digitalkompetenzen zu fördern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mit dem Digital Economy Award schaffen wir Sichtbarkeit für herausragende Projekte, Unternehmen und Persönlichkeiten, die als Leuchttürme, Vorbilder und Motivatoren der Digitalisierung wahrgenommen werden sollen. Gleichzeitig hat sich in sieben Jahren viel getan. Insbesondere die Pandemie hat die Digitalisierung in unserem Land enorm beschleunigt. Entsprechend haben wir in der Zwischenzeit bis heute Kategorien angepasst oder eingestellt und sind neue Partnerschaften mit anderen Awards eingegangen, wie etwa mit ICT-Berufsbildung Schweiz.
CW: Wir erleben eine dynamische Digitalisierung in allen Lebensbereichen. Wie finden Sie «Awardwürdige» Schwerpunktbereiche? Beschreiben Sie kurz Ihre Kriterien und Massstäbe bei der Themenfindung.
Hunziker: Der rote Faden und die Kriterien blieben konstant über die vergangenen Jahre. Die Dynamik der Digitalisierung spiegelt sich in den Eingaben wider und zeigt, dass wir in einem hochbeweglichen Themengebiet unterwegs sind. Dank der Kompetenz unserer Jury konnten wir in der Vergangenheit immer früh neue Trends identifizieren und aufnehmen. So geschehen etwa in 2018 als wir eine Blockchain-Anwendung ausserhalb des Finanzsektors oder 2021 den KI-Einsatz des Genfer Unternehmens Firmenich auszeichnen konnten.
CW: Die Jury entscheidet, wer nominiert wird und wer am Ende den Award in den Händen hält. Was müssen die Kandidatinnen und Kandidaten erfüllen?
Hunziker: Grundsätzlich steht die Teilnahme allen Firmen mit Bezug zur Schweiz oder Liechtenstein offen. Nominierungen sind seit diesem Jahr auch durch Dritte möglich und wir stellen ein entsprechendes Nominationsformular auf der Webseite des Digital Economy Award zur Verfügung. Einzige Ausnahme bildet die Kategorie «Next Global Hot Thing», die nur durch Scouting-Partner oder Jury-Mitglieder Nominationen entgegennehmen kann. Die Bewertungskriterien sind je nach Kategorie unterschiedlich und werden in Info-Sessions erläutert. Gemeinsam ist allen Wirtschaftsförderungs-Awards die digitale Wettbewerbsfähigkeit. Bei den Awards im Fachkräftebereich sollen vorbildliche Lehrbetriebe und inspirierende Persönlichkeiten im Fokus stehen. Immer mit dem Ziel die Begeisterung für die Informatik und Digitalisierung in der Schweiz nachhaltig zu steigern.
CW: Ganz inoffiziell und unter uns: Womit kann man die Gunst der Jury gewinnen? Charme, Show oder Spektakel?
Hunziker: Unser Erfolgsrezept ist die Objektivität. Das Jury-Reglement mit klaren Ausstandsregeln sichert faire und transparente Entscheidungen. Kurz gesagt: Es gibt keine Abkürzung zum Sieg – ausschlaggebend sind nachweisbare Erfolge, innovative Ideen und fachliche Kompetenz. Aber ein gewisser «Wow-Faktor» hat sicherlich noch nie geschadet.
CW: Der Aufwand für die Bewerberinnen und Bewerber ist dabei nicht unerheblich. Wie geht man am besten vor?
Hunziker: Ja, da unsere Jury auch hinter die Kulissen schaut, braucht es mehr als eine gute Marketingstrategie. Wir haben jedoch die Prozesse optimiert und bspw. die Fragen in der Kategorie «Digital Excellence» reduziert. Interessierte können sich in unseren Info-Sessions über die Anforderungen informieren.
CW: Anschlussfrage: Worin liegt der Nutzen einer Teilnahme? Welches Feedback haben Sie von den ehemaligen Siegerinnen und Siegern erhalten?
Hunziker: Die Teilnahme bietet bereits im Bewerbungsprozess ihren Mehrwert. Die Reflexion und Beantwortung der Jury-Fragen hilft, das eigene Wirken aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Nicht nur Sieger aber auch Finalisten berichten, dass sie nach der Nominierung vermehrt von Unternehmen kontaktiert wurden. Und die Gewinner profitieren nochmals zusätzlich von gesteigerter Sichtbarkeit. Sei es bei den Themen Employer Branding, interne Wertschätzung oder Kundengewinnung.
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Digital Economy Award 2025
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CW: Die Award-Night ist jeweils ein echtes Glanz&Gloria-Event. Dahinter steckt viel Arbeit. Wie kriegen Sie das alles auf die Reihe? Wer sind die Helferinnen und Helfer hinter dem Anlass?
Hunziker: Den Lead hat Carol Lechner von swissICT, die den Award seit vielen Jahren verantwortet. Fast alle swissICT-Geschäftsstellenmitarbeitenden sind involviert, zudem unterstützt uns die Award-Agentur mjm beim Show-Ablauf. Ein besonderer Dank gilt unseren Partnern und Sponsoren, die nicht nur finanziell zum Erfolg beitragen, sondern auch das Renommee des Awards steigern und mittragen. Dass viele davon nicht aus der ICT-Branche stammen, unterstreicht die Reichweite des Digital Economy Awards in der Wirtschaft, die bis in die nationale Politik reicht.
CW: Die Verleihung der nächsten Digital Economy Awards findet am 13. November 2025 im Hallenstadion in Zürich statt. Wie fühlen Sie sich heute? Vermutlich noch ganz entspannt, oder?
Hunziker: Es ist ein Wechselbad der positiven Gefühle. Besonders freut uns, dass Bundesrat Rösti und Bundeskanzler Rossi ihre Teilnahme am 13. November im Hallenstadion Zürich bereits schriftlich zugesagt haben. Nach intensiven Diskussionen zu den Award-Kriterien und der neu eingeführten Nominationsmöglichkeit durch Dritte freuen wir uns jetzt auf zahlreiche Bewerbungen. Und wir blicken gespannt auf die Jury-Tage im August sowie die Verkündung der Finalisten im September – bis dahin wird es einmal mehr eine spannende Reise für unsere Bewerberinnen, unsere Jury und unsere Partner.
Zur Person
Christian Hunziker
Seit 2018 leitet Christian Hunziker als Geschäfts­führer den Fachverband swissICT mit über 2800 Mitgliedern. Zuvor war er bei verschiedenen IT-Anbietern und An­wen­der­unternehmen tätig. Hunziker hat Mathematik und Computer Science an der ETH Zürich studiert.



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