31.03.2008, 09:48 Uhr
Umbruch im Speichermarkt
Virtualisierung, Konsolidierung und offene Konzepte - mit diesen Trends müssen sich IT-Verantwortliche jetzt befassen. Denn so werden Speichersysteme günstiger und besser administrierbar.
Wibke Sonderkamp ist freie IT-Fachjournalistin.
Nach der Speicherkonsolidierung ist nun das Thema Virtualisierung brandheiss: Sowohl im Bereich der Applikationen als auch in der Speicherinfrastruktur selbst wird die Virtualisierung der Ressourcen weiter fortschreiten. Als logische Weiterführung der Speichervirtualisierung wird dieses Thema auch im NAS-Umfeld immer aktueller. Denn NAS-Speicherlösungen der neuen Generation bieten die Basis, um Dateiservervirtualisierung zu realisieren und liefern damit einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Kosten für Administrationsaufgaben im Storage-Umfeld.
Im Bereich unternehmensweiter Speicherinfrastrukturen nimmt die Zahl der Projekte, die den Aufbau einer NAS-Architektur zum Inhalt haben, stetig zu. Ein Grund dafür: Traditionelle SAN-Strukturen sind besonders im Mittelstand in der Vergangenheit häufig am Investitionsbedarf gescheitert. Mit NAS-Systemen wird das Preis-Leistungsverhältnis deutlich besser. Ist die Dateiservervirtualisierung auch noch im Preis enthalten, wird eine Investition leichter möglich.
Ein weiterer Punkt, mit dem Unternehmen die Kosten für die stetig wachsenden Datenmengen senken können, ist die Unterscheidung von Primär- und Sekundärdaten. Das leicht zu belegende Einsparpotenzial erklärt den Trend in Richtung Tiered-Storage-Konzepte, so dass nicht alle Daten in teuren High-End-Speichersystemen, sondern je nach Anforderung an die Datenverfügbarkeit auch in preiswerten Alternativen gespeichert werden können. Die neue Generation von NAS-Lösungen bietet erstmals die Datenspeicherung in verschiedenen Tier-Klassen. Das offene Konzept garantiert Kunden auch in Zukunft, den jeweiligen Speicherbedarf immer zum besten Preis/Leistungsverhältnis einkaufen zu können, ihre bevorzugten Plattenlieferanten auszuwählen und schon vorhandene Speichersysteme weiter zu nutzen.
Speichervirtualisierung für die Masse
Die Ergebnisse einer aktuellen Speichertrendstudie von ONStor belegen, dass Speicher-Virtualisierung längst nicht mehr zu den Nischenlösungen gehört, sondern zu einem Mainstream-Technologiethema geworden ist. 68 Prozent der befragten Unternehmensvertreter sind sicher, dass Speichervirtualisierung die Speicherverfügbarkeit in ihren Unternehmen verbessern wird.
Umbruch im Speichermarkt
Die grosse Mehrheit von 78 Prozent der Unternehmen betont, dass die Flexibilität und die Möglichkeit, Speicherkomponenten herstellerunabhängig zu integrieren, ein besonders wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl ihrer Speicherlösung darstellt. Die Flexibilität offener Systeme ist also offensichtlich zu einem Schlüsselfaktor geworden. Er ist mittlerweile genauso wichtig für die Entscheidung zu einem Speichervirtualisierungsprojekt wie die bekannten Vorteile im Bereich Skalierbarkeit und Heterogenität.
«Aus Gesprächen mit Unternehmensentscheidern wissen wir, dass der rasante Anstieg der Datenmengen - belegt auch vom immer weiter ansteigenden Energieverbrauch in Rechenzentren - heute zu den grössten Sorgen der CIOs und IT-Fachleute gehört», erklärt Roland Voelskow, VP Continental Europe von ONStor. «An den Studienergebnissen besonders interessant ist, wie viele IT-Abteilungen noch immer keine Lösungen implementieren, die diese Probleme angehen. Immerhin gehört das Thema Skalierbarkeit mittlerweile zu den wichtigsten Kriterien der Verantwortlichen.»
Ein ebenso wichtiger Aspekt sei der Schutz bereits getätigter Investitionen in vorhandene Systeme, so Voelskow: «Es kommt vielen Unternehmen wie gerufen, vorhandene Systeme mit neuen Lösungen für die Speichervirtualisierung zu kombinieren. Funktionen wie Thin Provisioning und die Möglichkeit, verschiedene Speicherklassen zu kombinieren, bieten eine ideale Plattform für die File Server Konsolidierung.»
Studie von Onstor
Aktuelle Speichertrends
- 68 Prozent der befragten Unternehmen wollen die Speicherverfügbarkeit in ihren Unternehmen mit Virtualisierungsprojekten verbessern.
- Flexibilität und die Möglichkeit, Speicherkomponenten herstellerunabhängig zu integrieren, ist für 78 Prozent ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl der Speicherlösung.
- Nur knapp über die Hälfte (55 Prozent) der Befragten glauben, dass ihre derzeitige Speicherlösung für kommende Anforderungen ausreichend skalierbar ist.
- Daraus lässt sich schliessen, dass Anbietern ein potenzieller Markt von rund 45 Prozent der Unternehmen zur Verfügung steht, die glauben, dass sie noch nicht die richtige Lösung für die Zukunft gefunden haben.
- Die Studienergebnisse zeigen auch, wie gross die Bedenken am Markt bezüglich Skalierbarkeit von Speichersystemen sind und dass hochskalierbare Lösungen mittlerweile ein Grundanspruch für viele IT-Abteilungen sind.
- 79 Prozent der Unternehmen wissen, wie Speichervirtualisierung ihre Prozesse bezüglich Ausfallsicherung verbessern kann.
- Zwar haben 61 Prozent der Umfrageteilnehmer noch keinen Kostenvergleich zwischen der bestehenden Speicherlösung und einer NAS-Speicherumgebung durchgeführt. Die Tatsache, dass immerhin 39 Prozent einen solchen Vergleich durchführen, zeigt allerdings, dass das Sparpotenzial von NAS-Speicherlösungen der neuen Generation stärker in den Fokus der IT-Abteilungen und Verantwortlichen rückt.
Wibke Sonderkamp