Digital Markets Act 23.07.2024, 10:53 Uhr

EU-Kommission klärt DMA-Interoperabilität

Der Digital Markets Act verpflichtet Online-Kommunikationsdienste, das leichte Wechseln zwischen unterschiedlichen Anbietern zu ermöglichen, um den Wettbewerb zu schützen.
(Quelle: pixabay.com/Dimitris Vetsikas)
Die Europäische Kommission will die Interoperabilitätsbestimmungen im Rahmen des Gesetzes über digitale Märkte, Digital Markets Act (DMA), untersuchen. Die Studie soll technische Herausforderungen und Lösungen zur Erreichung einer effektiven Interoperabilität unter dem DMA aufzeigen. Eine Bewertung ist für Mai 2026 geplant. Der DMA verpflichtet Gatekeeper sicherzustellen, dass ihre Kommunikationsdienste wie zum Beispiel Messaging-Apps mit den Plattformen der Mitbewerber interoperabel sind - zum Schutz des Wettbewerbs. Das war vor allem beim App Store und Apple Pay von Apple ein Thema.

Freier Wettbewerb als Ziel

Das Unternehmen, das den Auftrag für diese Studie erhält, wird untersuchen, wie die von der DMA geforderte Interoperabilität bei einer Reihe von der Telefonnummer unabhängigen Messaging-Diensten bisher funktioniert hat. Beispiele für derartige Services sind die Messenger von Facebook und WhatsApp. Beispiele für Services, die eine Telefonnummer erfordern, sind ViberOut oder SkypeOut, über die die User internationale und nationale Telefonnummern anrufen können.
Die Evaluierung soll feststellen, ob diese Anforderungen an die Interoperabilität auf soziale Online-Netzwerke ausgedehnt wird. Dabei handelt es sich um die sozialen Medien unter der DMA. Vor allem soll es um Themen wie Sicherheit, Verschlüsselung, die Sammlung persönlicher Daten, die User Interfaces, aber auch die Moderation der Inhalte gehen.

Gefahr für die Privatsphäre

Apple argumentiert, dass eine Interoperabilität die Privatsphäre gefährde. Die Studie wird daher auch untersuchen, wie eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Interoperabilität über die Services hinweg angeboten werden kann. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) ist ein Verfahren zur Gewährleistung einer sicheren Kommunikation. Sie verhindert, dass Dritte Zugang zu den Daten haben, die zwischen den Usern ausgetauscht werden.
Diese Daten bleiben zum Beispiel bei WhatsApp oder Signal auch vor dem Provider geschützt. Dabei handelt es sich um ein schwieriges technisches Problem, da diese Art der Verschlüsselung normalerweise in einem geschlossenen Ökosystem stattfindet. Daher bedeutet die Öffnung für mehr Anwendungen auch bestimmte technologische Herausforderungen.

Meta für Signal-Protokoll

Wie genau den Anforderungen bei der Interoperabilität entsprochen wird, dürfte wichtige Auswirkungen auf die Bereiche Sicherheit und Privatsphäre haben. Um die Verschlüsselung zu erhalten, beschritt Meta bereits im April einen einfacheren Weg. Seine Messaging-Dienste sind nur mit Systemen interoperable, die das Signal-Protokoll oder ein entsprechendes Äquivalent benutzen.
Das Signal-Protokoll bietet E2EE für die private Kommunikation und wird von mehreren Messaging-Diensten eingesetzt, um sicherzustellen, dass nur der Absender und der Empfänger Mitteilungen lesen können. Das jetzt angekündigte Projekt muss zwölf Monate nach der beiderseitigen Vertragsunterzeichnung abschlossen sein. Schätzungen gehen davon aus, dass der Gesamtwert des Vertrags bei 400.000 Euro liegen dürfte.


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