24.06.2009, 13:03 Uhr
Backup ist nicht gleich Backup
Die Datensicherung wird in mittelständischen Unternehmen ernst genommen. Allerdings reichen die Verfahren von NAS und SAN über Festplatten, Bandspeicher bis hin zu DVD und USB-Stick. Das ergab eine Studie, die vom Storage-Spezialisten NetApp in Auftrag gegeben wurde.
Der Anbieter von Daten-Management- und Storage-Lösungen, NetApp, hat in einer Studie die Strategien im Mittelstand in Sachen Datensicherung untersuchen lassen. Die gute Nachricht lautet: Der Erhebung zufolge sichern 95 Prozent der Unternehmen ihre Daten regelmässig.
Die Studie, in deren Verlauf 700 Betriebe befragt wurden, brachte aber auch ans Licht, dass Backup zwar eine wichtige Rolle in den Firmen spielt, die Gepflogenheiten bei der Umsetzung jedoch weit auseinanderklaffen. Sie reichen von der vernetzten Speicherlösung bei jedem vierten Unternehmen bis hin zum USB-Stick vorwiegend in kleinen Unternehmen. Eine tägliche Sicherung der Daten ist nur bei knapp der Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Firmen Standard.
Grundsätzlich wird die aktive Datensicherung im Segment kleiner und mittelständischer Unternehmen als wichtig und notwendig angesehen. 95 Prozent der Befragten sichern ihre Daten regelmässig, in Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern sind es 99 Prozent. Knapp 40 Prozent der Befragten dieser Gruppe nutzen als Sicherungsmedium vernetzte Datenspeicher wie NAS, FC SAN oder IP SAN am häufigsten. Auf Platz zwei und drei folgen externe Festplatten und Bandmedien. Mit der Firmengrösse sinkt die Bedeutung der Medien und wird auf DVD/CD sowie USB-Sticks zurückgegriffen. Mehr als ein Viertel der Befragten sichert regelmässig ein Datenvolumen von einem TB und mehr. "Backup gilt zwar als wichtig, wird aber nicht immer konsequent zu Ende gedacht, wie die Angaben zur Häufigkeit der Datensicherungen zeigen", kommentiert Manfred Reitner, Vice President Enterprise Area bei NetApp.
Die in der Studie ermittelten Sicherungsintervalle reichen vom Backup in Echtzeit mit knapp acht Prozent über tägliches Backup bei 45,3 Prozent der Befragten bis hin zu rund zwölf Prozent, die Daten nach Bedarf sichern. Hier wird laut Reitner vergessen, dass letztlich die Häufigkeit der Sicherung mit darüber entscheidet, wie gross der Datenverlust im Ernstfall ist. Das Mass sei die Zeitspanne zwischen der letzten erfolgreichen Sicherung und dem Zeitpunkt des Datenverlusts. Besonders schwerwiegend sei der Verlust bei Dateien, die noch jung sind und seit dem letzten Backup häufig überarbeitet und verändert wurden. IT-Verantwortliche sollten, so Reitner, daher möglichst häufig sichern, beispielsweise mit Snapshot-Techniken, um Datenverluste so gering wie möglich zu halten.
Die Verantwortlichkeit für die Datensicherung liegt insbesondere in Unternehmen mit unter 150 Mitarbeitern fast ausschliesslich bei der Geschäftsführung. In dieser Gruppe spielt die einfache Handhabung eines Speichersystems laut Studie eine besonders grosse Rolle. Als entscheidende Kriterien für Neuinvestitionen bei Storage-Hardware wurden noch vor dem Preis die Funktionalität und ein einfaches Management der Datensicherungsplattform genannt. Möglichkeiten der Finanzierung, technische Beratung, Service und Support spielen dagegen eine untergeordnete Rolle.