Test: MacBook Air (M4)

Kaufberatung und Fazit

Und so bleibt nur noch die Frage nach der richtigen Konfiguration. Bei der Display-Grösse liegt die Antwort auf der Hand: Wer viel unterwegs arbeitet, greift zum 15-Zoll-Modell – denn mit diesem Gerät wird der Zug zum Wohlfühlbüro. Wenn das MacBook Air meistens an einem externen Display hängt und nur sporadisch nach draussen darf, ist das kleinere Gerät meistens die bessere Wahl. Werden dieselben Konfigurationen zusammengestellt, beträgt der Preisaufschlag auf das 15-Zoll-Gerät immer 220 Franken.
15 Zoll sind ideal, wenn oft im Zug gearbeitet wird
Quelle: Apple Inc.
Dabei ist das MacBook Air sogar deutlich günstiger als seine Vorgänger. Der Preis für die kleinste Konfiguration schrammt hart an der magischen Grenze von unter Tausend Franken vorbei. Genauer: Ein «Schulrechner» mit einer 256 GB grossen SSD kostet gerade noch 1049 Franken. Vor allem aber sind die Minimalkonfigurationen mit 8 GB RAM Geschichte; jetzt beginnt die Ausstattung bei 16 GB RAM, die beim Vorgänger noch für einen Aufpreis von 220 Franken erkauft werden musste.

Eine sinnvolle Konfiguration

RAM. Der erhöhte Arbeitsspeicher ändert alles. Während ich bei allen vorherigen Tests unbedingt zu einem Upgrade des RAMs geraten habe, ändert sich das nun. 16 GB sind für die meisten Arbeiten genug. Denn die M-SoCs arbeiten mit einem «gemeinsamen Arbeitsspeicher», der nicht mit klassischem RAM vergleichbar ist. Stattdessen steht der schnelle Speicher allen Komponenten gleichzeitig offen: der CPU, der Grafikeinheit oder der Neural Engine. Dadurch kann er auch deutlich effizienter verwaltet werden. Schätzungen laufen darauf hinaus, dass 8 GB RAM auf einem M-SoC etwa 16 GB RAM in einem klassischen PC entsprechen.
Wenn Sie jedoch vorhaben, das MacBook Air über Jahre hinweg zu verwenden, kann eine Erhöhung auf 24 GB ratsam sein (+200 Franken). Eine Erhöhung auf 32 GB (+400 Franken) braucht hingegen gute Gründe, etwa die lokale Verwendung von K.I.-Modellen. Meinen eigenen Erfahrungen nach wird diese üppige Menge beim Wiederverkauf auch nicht honoriert, denn wer nach solchen Eckdaten sucht, greift gleich zu einem MacBook Pro.
SSD. Bleibt noch die SSD. Die 256 GB des kleinsten Basismodells sind enorm knapp bemessen. Sie sollten nur ins Auge gefasst werden, wenn auf dem Gerät hauptsächlich Office-Dateien herumgeschoben werden oder mit Daten gearbeitet wird, die auf einem Server liegen. Sobald jedoch unterwegs auch offline gespeicherte Filme oder viele Fotos verwaltet werden sollen, wird es eng. Damit sich das MacBook Air nicht wie ein Paar zu enge Schuhe anfühlen soll, braucht es mindestens 512 GB (+200 Franken), besser noch 1 TB (+400 Franken).
Tipp: Statt einem Upgrade des kleinsten Grundmodells sollte zum mittleren Grundmodell gegriffen werden. Das kommt mit mindestens 512 GB SSD, bietet eine 10-Kern-GPU statt einer 8-Kern-GPU und wird mit einem 35 Watt Dual USB‑C Port-Netzteil geliefert, statt einem 30-Watt-Netzteil mit nur einem Anschluss. Die Mehrleistung durch zwei zusätzliche GPU-Kerne dürfte sich hingegen in Grenzen halten.
Kurzum: Mit 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet das 13-Zoll-Modell 1249 Franken, mit 1 TB SSD sind es 1449 Franken. Beim 15-Zoll-Gerät sind es in derselben Ausstattung 1449 Franken respektive 1649 Franken mit 1 TB SSD. Und mit dieser Konfiguration kann man eigentlich nicht viel falsch machen.
Farbe. Natürlich muss die neue Farbe «Himmelblau» erwähnt werden, deren Bezeichnung unpassender nicht sein könnte. Stattdessen handelt es sich um ein helles Grau mit einem sehr subtilen, gefälligen Farbstich. Selbst die Produktrenderings auf der Apple-Website geben den Effekt nicht akkurat wieder. Nur so viel: Die Farbe wirkt auf den ersten Blick eher konservativ, vermittelt aber im nächsten Momend das gewisse Etwas. Wenn Sie bei der Bestellung keines der Geräte in natura gesehen haben und nicht zu «Himmelblau» greifen, könnten Sie es später bereuen. 
Man muss das MacBook Air mit eigenen Augen sehen, denn kein Foto wird der Farbe gerecht – und «Himmelblau» ist sie schon gar nicht
Quelle: Apple Inc.

Fazit

Das MacBook Air bleibt für mich der Mac schlechthin. Wo andere Geräte mit ihren Vorzügen werben, die für sie sprechen, braucht es beim MacBook Air gute Gründe, es nicht zu kaufen. Es überzeugt gleichermassen auf dem Schreibtisch und unterwegs, macht immer eine gute Figur und drängt sich nie in den Vordergrund. Dieses Gerät verspricht auf Jahre hinaus die pure Freude an einem durchdachten, gefälligen Computer.

Testergebnis

Lüfterlos, Display, Tempo, Batterie, Trackpad, Verarbeitung, Software

Details:  Apple M4 SoC, 2×Thunderbolt 4/USB 4 bis 40 Gbit/Sekunde, DisplayPort 1.4, 16 GB RAM, 512 GB ssD, Wi-Fi 6E (802.11ax), Bluetooth 5.3, 1080p Center-Stage-Kamera, Display mit 224 ppi, P3-Farbraum, 500 Nits, 60 Hz, macOS 15 ‹Sequoia›

Preis:  ab 1049 Franken (11 Zoll); ab1249 Franken (13 Zoll)

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